Ein voller Erfolg war das diesjährige Fest rund um die Ludgerikirche: Passend zum fünfzigjährigen Jubiläum der Ludgeristraße lud St. Lamberti in Kooperation mit der Kaufmannschaft der Ludgeristrasse und Münstermarketing zu einem bunten Programm für Jung und Alt. Besonders Musikbegeisterte kamen dabei auf ihre Kosten: Es spielten neben „Without a doubt“ auch „Die Gutachter“ und die „Viertelnoten“, die mit ihrer abwechslungsreichen Darbietung besonders die Kinder begeisterten. Diese wiederum waren mit dem „JEKISS-Chor“ der Ägidii-Ludgeri-Grundschule unter der Leitung von Anja Harrysson vertreten, der großen Applaus erntete. Mit Jazzmusik luden Glass House und das Hierer Grohs Duo Passanten zum Verweilen ein. Neben dem Kulturgenuss war auch für das leibliche Wohl immer gesorgt: Ehrenamtliche standen zwei Tage lang unermüdlich am Grill, dem Getränke- und Kuchenstand. Der Kindergarten wiederum sorgte für Unterhaltung mit einem spannenden Puppenspiel. Großen Zuspruch fand auch das Angebot der „Glitzertanten“, die auf Wunsch mit Fantasie kostenlos Gesichter schminkten und damit nicht nur den Kleinen eine Freude bereiteten. Einen einstweiligen Höhepunkt am Freitagabend bot die Serenade der Blechbläser St. Ludgeri unter der Leitung von Dr. Magdalene Saal auf einem angrenzenden Balkon, den Prof. Dr. em. Hugo Goeke freundlicherweise zur Verfügung stellte und damit allen einen eindrucksvollen Abschluss des Tages ermöglichte.

 

Am nächsten Tag wandelte ein einsamer Mann in schwarzer Kutte durch die Ludgeristraße: Domvikar Thomas Holznienkemper hatte sich als Heiliger Liudger verkleidet und kam in der Fußgängerzone über den Namensgeber der Straße ins Gespräch. Während Erwachsene ihm oft erst skeptisch begegnet seien, hätten die Kinder schnell Vertrauen gefasst und sich so nach kurzem Zögern viele interessante Begegnungen ergeben, berichtet er. Derweil herrschte weiterhin buntes Treiben auf dem Kirchplatz, bis in die Dunkelheit hinein wurde hier geplaudert, gelacht und gegessen, während das Jazz-Trio „Lamberti-Combo“ mit sanften Klängen zur abendlichen Atmosphäre beitrug.

 

Es wäre jedoch kein angemessenes Fest gewesen, wenn nicht auch das Gotteshaus selbst miteinbezogen worden wäre. Markus Kortewille, Mitglied des Pfarreirats. Pastoralreferentin Ursel Schwanekamp und der Festausschuss setzten mit ihrer Organisation hier einen deutlichen Schwerpunkt: Spannende Kirchenführungen boten halbstündlich Dr. Otto Möllenhoff und Dr. Manfred Derpmann an; Thomas Beer faszinierte seine Zuhörer mit einem Gitarrenkonzert. Darüber hinaus wurde die Ludgerikirche durch die Firma Lautmalerei angestrahlt und bestach so von außen mit einem wechselnden Farbenspiel. Auch von innen wurde sie meditativ erleuchtet und bot Raum für das Gebet und zum Nachdenken. Ein besonderer Impuls bot sich dabei durch das bekannte „Kreuz ohne Arme“, das, durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg beschädigt, seither in der Nähe des Westwerkes hängt mit der Aufschrift „Ich habe keine anderen Hände als die euren.“ Die Besucher waren eingeladen, sich im Anblick des Kreuzes die Frage zu stellen, wie sie selbst für andere ein Segen sein können. Ihre Antworten konnten online eingetragen werden und wurden in der Kirche auf eine Leinwand projiziert, auf der sich so eine ‚Word-Cloud‘ bildete, die im Verlauf des Festes immer bunter und größer wurde. Ein besonders feierliches Abendgebet wurde schließlich gemeinsam mit Pfarrer Hans-Bernd Köppen beim Evensong gesungen, den der Kammerchor von St. Lamberti unter der Leitung von Alexander Töpper stimmungsvoll musikalisch gestaltete.

Artikel und Fotos: Christiane Kuropka