Die „Internetgemeinde“ von St. Lamberti, Münster

Ergebnisse einer online-Befragung zu den Abendmessen im Live-Stream

 

Einleitung

Die St. Lamberti Kirche liegt in der Innenstadt von Münster und ist die Stadt- und Marktkirche. Seit dem Beginn der Corona Pandemie werden aus St. Lamberti die täglichen Abendmessen werktags wie sonntags um 18.00 Uhr live im Internet übertragen. Der Zugang ist über die Homepage der Gemeinde bzw. des Bistums, über Bibel-TV, Facebook oder YouTube möglich. Der technische Aufwand für die Aufnahmen ist mit einer mobilen Kamera, zwei Mikrophonen und einem Tablett überschaubar. Das Streamen wird von (Theologie-) Studenten und Schülern durchgeführt.

In der Messe werden die Teilnehmer, „die mit uns über das Internet verbunden sind“, von den Zelebranten bei der Eröffnung regelmäßig direkt begrüßt und damit in die Messfeier einbezogen. Die Lieder aus dem Gotteslob werden wie in der Kirche im Stream eingeblendet, so dass ein aktives Mitfeiern der Messe möglich ist. Ebenso werden die Namen des Zelebranten, ggf. des Predigers, der KantorInnen oder der Organisten eingeblendet.

Die „Klickzahlen“, also die Anzahl der Menschen, die während einer Übertragung zumindest einmal kurz auf den Stream geklickt haben, schwanken in Abhängigkeit von der pandemischen Lage sehr. Am höchsten lagen sie mit durchschnittlich 2100 Klicks pro Tag im März 2020. Im Sommer und Herbst 2020 sanken sie auf durchschnittlich 700-900, stiegen im Winter wieder bis auf etwa 1000-1300 an und lagen zum Zeitpunkt der Untersuchung im Frühherbst 2021 um 500.

Immer wieder erreichten uns vereinzelte Rückmeldungen von Teilnehmern, die sich bedanken wollten, Hinweise zu technischen Probleme gaben oder in einzelnen Fällen um ein Seelenamt oder ein spezielles Gedenken baten, dass sie mit ihrer über Deutschland oder teilweise sogar über Europa verteilten Familie über das Internet verbunden gemeinsam feiern wollten. Vor diesem Hintergrund entstand der Gedanken einer systematischen Evaluation dieses besonderen Angebots durch eine Befragung der TeilnehmerInnen im Internet.

 

Methode

Unter Berücksichtigung der vorliegenden Rückmeldungen wurde ein Fragebogen erstellt, der neben wenigen basalen soziodemographischen Daten Fragen nach der Motivation der Beteiligten enthielt, nach Stärken und Schwächen der Liturgie fragte und einige Fragen nach grundsätzlichen Einstellungen und Bewertungen zum Thema „Messen im Internet“ enthielt. Alle Angaben sollten sich auf das Jahr 2021 beziehen. Technisch wurde der Fragebogen so eingerichtet, dass die anonyme Teilnahme an der Befragung direkt über die Homepage der Gemeinde möglich war. Zusätzlich gab es das (kaum genutzte) Angebot, den Fragenbogen per Mail oder per Brief zugeschickt zu bekommen.

Die Befragung fand im Zeitraum von 24.9. bis 11.10. 2021 statt. Zu Beginn und am Ende der Übertragung wurde die Zuschauer auf die Befragung hingewiesen und um ihre Beteiligung gebeten. Darüber hinaus kündigten die Zelebranten die Befragung in jedem Gottesdienst in dieser Zeit an.

 

Stichprobe

Den Fragebogen im Internet klickten insgesamt 430 Personen an. Von diesen füllten 362 ihn soweit aus, dass er auswertbar war. Die Datenqualität bei diesen Fragebögen ist ausreichend gut. Im Mittel fehlen 10% der Angaben, wobei die Spannbreite bei den 15 Items zwischen 0-27% liegt. Die übrigen 68 Personen hatten sich den Fragebogen offenbar nur angesehen, ihn aber nicht bearbeitet. Darüber hinaus erreichten uns 24 Rückmeldungen per Mail oder per Brief. Auch bei der Bearbeitung des Fragebogens wurde sehr umfänglich die Möglichkeit genutzt, neben dem Ankreuzen von vorgegebenen Antworten Kommentare und Ergänzungen im Freitext zu machen.

Die Teilnehmer der Befragung sind im Mittel knapp 63 Jahre alt. Unterteilt nach Altersgruppen dominieren die 50 – 80-Jährigen (Tab. 1). Das Geschlechterverhältnis ist nahezu ausgeglichen. Erwartungsgemäß wohnen die allermeisten Teilnehmer in Deutschland, einige wenige im deutschsprachigen Ausland oder anderen EU-Ländern. Nur ein Drittel der deutschen Teilnehmer wohnt in der Region Münster (Postleitzahl 48xxx), die übrigen verteilen sich über die ganze Bundesrepublik. Die ganz überwiegende Mehrzahl der Befragungsteilnehmer ist römisch-katholischer Konfession.

 

Tab. 1: Angaben zur Stichprobe

 

Alter

 

Mittleres Alter

x = 62,8 Jahre (sd ±16,4)

unter 50 Jahre

17,9 %

50 – 59 Jahre

20,4 %

60 – 69 Jahre

20,7 %

70 – 79 Jahre

29,6 %

80 Jahre und älter

11,4 %

Geschlecht

 

männlich

52,8 %

weiblich

46,9 %

divers

0,3 %

Land

 

Deutschland

92,7 %

Andere

7,3 %

Wohnort in Deutschland

 

Münster und Umgebung (PLZ 48xxx)

32,8 %

andere

67,2 %

Konfession

 

römisch-katholisch

97.1 %

evangelisch

2,0 %

konfessionslos / andere

0,9 %

 

 

Ergebnisse

An der Befragung haben sich überwiegend regelmäßige Teilnehmer der gestreamten Messen beteiligt (Tabelle 2). Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, sehr oft bis regelmäßig an den Messen im Internet teilzunehmen. Dagegen gaben nur etwa fünfzehn Prozent an, dass sie nur selten oder gelegentlich dabei sind. Auf Messen an Werktage oder Sonn-und Feiertage verteilt sich die Teilnahme etwa gleichhäufig. Ganz überwiegend (83%) wird die gesamten Messe mitgefeiert. Die Mehrzahl ist dabei am Bildschirm alleine (70%), die übrigen mit (Ehe)-Partnern, Familienmitgliedern oder Freunden.

 

 

Tab. 2: Angaben zur Teilnahme an den Gottesdiensten im Internet

 

Häufigkeit der Teilnahme in 2021

 

selten bis gelegentlich (1-10 Mal)

14,7 %

öfter bis häufig (11-20 Mal)

22,7 %

sehr oft bis regelmäßig

62,6 %

Teilnahme sonn- oder werktags

 

überwiegend werktags

29,5 %

überwiegend sonn- und feiertags

35,8 %

werktags und sonntags

34,7 %

Teilnahme an der ganzen Messe

 

Ja, an der ganzen Messe

83,4 %

nein, nur an Teilen

  4,8 %

unterschiedlich

11,8 %

Teilnahme mit wem?

 

allein

70,5 %

mit (Ehe-) Partner /Partnerin

17,4 %

Mit andere Familienmitgliedern / Freunden

12,1 %

 

Bei der Frage, was die Teilnehmer am meisten an den übertragenen Messen aus St. Lamberti schätzen, stehen die Qualität der Predigten, die musikalische Gestaltung der Gottesdienste und die Art der Liturgie sowie die Wertschätzung für einzelne Zelebranten an vorderster Stelle. Auch die große Regelmäßigkeit der Übertragungen wird sehr positiv bewertet (Tabelle 3). Die 33 freitextlichen Anmerkungen unter „Sonstiges“ illustrieren diese Daten durch Einzelbeispiele, namentliche Nennungen von Zelebranten und Predigern, Lob für die musikalische Gestaltung oder die positive Atmosphäre, die als motivierend und überzeugend beschrieben wird. Auch die Unterschiedlichkeit der Gottesdienste durch die verschiedenen Zelebranten, Prediger und KantorInnen wird positiv betont.   

 

Tab. 3: Was schätzen Sie besonders an den Messen in St. Lamberti?

(Mehrfachnennungen möglich, n = 1225 Nennungen)

 

Antwortmöglichkeiten

Anzahl der Nennungen

Predigten

280

Musik (Orgel und Kantoren)

221

Art der Liturgie

171

Einzelne Zelebranten

163

Regelmäßige Uhrzeit

143

Allgemeine Atmosphäre

104

Kirchenraum

65

Technische Qualität

46

Nichts Besonderes / keine Angabe

9

Sonstiges

33

 

Dem gegenüber ist die Zahl der kritischen Nennungen deutlich geringer. Von den 473 Nennungen bei dieser Frage kreuzten 125 an, dass sie keine Kritikpunkte haben. Somit stehen 348 kritische Rückmeldungen 1225 positiven gegenüber (Tabelle 4). Die meisten Klagen beziehen sich auf die technische Qualität der Übertragungen. Mit deutlichem Abstand folgt eine kritische Bewertung der Musik, der Predigten und einzelner Zelebranten. Auch die 46 Textbeiträge unter der Rubrik „Sonstiges“ beschäftigen sich ganz überwiegend mit technischen Problemen, v.a. einem zu leisen Ton, schlechter Bildqualität, Instabilität der Übertragung, Problemen beim Zugang zum Live Stream etc.

 

Tab. 4 Was gefällt Ihnen nicht so gut an den Messen in St. Lamberti?

(Mehrfachnennungen möglich, n = 473 Nennungen)

 

Antwortmöglichkeiten

Anzahl der Nennungen

Nichts Besonderes / keine Angabe

125

Technische Qualität der Übertragung

98

Musik (Orgel und Kantoren)

60

Sonstiges

46

Predigten

40

Einzelne Zelebranten

39

Art der Liturgie

25

Regelmäßige Uhrzeit

17

Allgemeine Atmosphäre

16

Kirchenraum

7

 

Erwartungsgemäß stand die Angst vor einer möglichen Corona Infektion beim Besuch einer Kirche ganz im Vordergrund der Motivation für die Teilnahme an den Messen im Internet. Zusammen mit anderen gesundheitlichen Gründen macht dieser Punkt gut ein Drittel der 538 Nennungen aus (Tabelle 5). Auch viele freitextliche Angaben gehen in diese Richtung und erweitern sie um Aspekte wie die Unabkömmlichkeit bei der Pflege von kranken Familienmitgliedern oder der Kinderbetreuung. Messen im Internet mitzufeiern ist für viele eine willkommene und praktisch oft die einzige Möglichkeit, an einer Messe teilzunehmen. Gerade in diesen Zusammenhängen betonten viele Teilnehmer ihre Dankbarkeit für das Angebot und übermittelten viel Anerkennung für den zusätzlichen Aufwand und eine hohe Wertschätzung. Viele haben die regelmäßige Teilnahme an den gestreamten Gottesdiensten fest in ihren Tagesablauf eingebaut.  

 

Tab. 5: Gründe für die Teilnahme an der Messe im Internet in der Reihenfolge der Häufigkeit

(Mehrfachnennungen möglich, n = 538 Nennungen)

 

Grund für die Teilnahme

Anzahl der Nennungen

Angst vor einer Corona Infektion

139

Andere Gründe

97

Messe in der Umgebung gefallen mir nicht

87

Keine Messen an Werktagen in der Nähe

76

andere gesundheitlichen Gründen

62

früher in Münster gelebt

43

Messe mit Freuden/Familie feiern

14

Keine Messen an Sonntagen in der Nähe

12

Persönliche Gedenktage feiern

8

Aber auch weitergehende Motive werden angegeben. Als dritthäufigstes Motiv wird genannt, das den Teilnehmern die Messen in ihrer Umgebung „nicht gefallen“. Bemängelt wird dabei besonders die Qualität von Liturgie, Predigten und Musik. Häufig gibt es v.a. besonders an Werktagen keine Messen in erreichbarer Entfernung. In den 97 freitextlichen Kommentaren werden diese Punkte in unterschiedliche Richtungen konkretisiert: lange Anfahrtszeiten, altersbedingte Einschränkungen der Mobilität, aufwendige Anmeldeverfahren im Rahmen der Corona Schutzmaßnahmen, keine Möglichkeit in der Kirche mitzusingen, die Regelmäßigkeit der Übertragungen und die feste Integration in den Tagesablauf und auch immer wieder die zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für die liturgische Qualität der Messen und der Predigten auch an den Wochentage.

Eine kleine Gruppe von Teilnehmern hat früher in Münster gewohnt und fühlt sich darüber mit St. Lamberti verbunden. Ebenfalls eine kleine Gruppe von Befragten beschreibt eine ganz spezifische Motivation: wenn die Familie oder ein Freundeskreis über Deutschland oder gar Europa verstreut ist, bieten Messen im Internet die Möglichkeit sie virtuell gemeinsam zu feiern. Besondere Bedeutung bekommt dies an persönlichen Gedenktagen wie einem Jahresseelenamt.

Eine knappe Mehrheit der Befragten (58%) sieht eine Messe im Internet nicht als Alternative zu einem persönlichen Kirchgang. Immerhin bejahen dies aber 16 % ganz und 26% teilweise. Dabei sehen 60% der Befragten keinen großen Unterschied zwischen den regelmäßig gestreamten Messen in St. Lamberti und an einem üblichen Fernsehgottesdienst. Diesen Unterschied sehen auf der anderen Seite 17% sehr und 23% teilweise.

Über das Internet ist für viele Teilnehmer eine Bindung an die St. Lamberti Kirche entstanden. Der Aussage „Ich fühle mich mit St. Lamberti in Münster inzwischen so verbunden, dass ich sie schon als meine ´Pfarrkirche´ ansehe“ stimmen immerhin 22% ganz und 36,5% teilweise zu. Die übrigen 41,5% der Befragten verneinen dies überwiegend oder ganz.

In die gleiche Richtung deuten auch zwei häufig bejahte Aussagen zu den Messen im Internet (Tabelle 6). Von 828 Nennungen entfallen 123 auf die Aussage, das Messen im Internet als zeitgemäß empfunden werden und 92 Befragte finde es schön, Teil einer Internetgemeinde zu sein. Die meisten (n=295) wünschen sich, dass die Messen auch nach der Corona Zeit weiter übertragen werden, nur acht halten das nicht für notwendig.

 

Tab. 6: Weitere Aussagen zu den Messen im Internet

(Mehrfachnennungen möglich, n = 828 Nennungen)

 

Aussage

Anzahl der Nennungen

Messen sollten nach Corona weiter übertragen werden

295

Messen im Internet sind zeitgemäß

123

Messen im Internet ersetzen nicht den persönlichen Kontakt 

123

Die Qualität der Übertragungen sollte besser sein

111

Ich finde es schön, Teil einer Internetgemeinde zu sein

92

Ich würde gerne einmal eine Messe in Lamberti besuchen

67

Ich finde Messen im Internet theologisch problematisch

9

Nach Corona sind Übertragungen nicht mehr notwendig

8

 

 

Diskussion

Viele Gemeinden sind in der Corona Pandemie dazu übergegangen, einzelne Messe zu streamen und im Internet live zu übertragen. Die Kirchengemeinde St. Lamberti in Münster streamt seit Beginn der Pandemie ganz regelmäßig werk-und sonntags die Abendmesse um 18.00 Uhr. Nach unserer Kenntnis ist diese Arbeit der erste Versuch, dieses neue Angebot zu evaluieren. Die methodischen Limitationen dieser online-Befragung liegen auf der Hand: beteiligt haben sich überwiegend Personen, die dieses Angebot sehr regelmäßig nutzen und offensichtlich schätzen. Zudem wurde der Fragebogen war aus Gründen der Praktikabilität auf wenige Fragen beschränkt. Dies ist bei der Diskussion der Ergebnisse zu berücksichtigen.

In den Sommer- und Herbstmonaten diesen Jahres haben im Schnitt 500-600 Menschen den live Stream aus St. Lamberti zumindest einmal angeklickt. Bei konservativer Schätzung haben damit im Mittel 150-200 Menschen per Internet an den Abendmessen in St. Lamberti teilgenommen. Das sind etwa 5-10 Mal so viele wie in der Kirche. In den Wintermonaten waren die Klickzahlen doppelt so hoch.

Von den durchschnittlich etwa 500 Menschen, die im Untersuchungszeitraum den live Stream zumindest angeklickt haben, haben sich gut 2/3 an der Befragung beteiligt. Diese hohe Beteiligung ist besonders bemerkenswert, da es sich von der Altersstruktur her nicht um eine als besonders internet-affin geltenden Gruppe handelt. Auch die Verteilung der Teilnehmer über das ganze Bundesgebiet und in kleinem Maße sogar darüber hinaus, kann als Beleg dafür angeführt werden, dass es einen großen Bedarf an solchen Angeboten gibt. Dieser Bedarf hängt zunächst von den Pandemie bedingten Einschränkungen und Unsicherheiten gerade älterer Menschen ab, wird aber dadurch nicht vollständig erklärt. Viele weitere Gründen wurden von den Teilnehmern genannt: alters- oder krankheitsbedingte Einschränkungen der Mobilität, Versorgung von Kindern und kranken Familienangehörigen, unpassende Messzeiten bei den örtlichen Gemeinden und nicht zuletzt die Qualität der Messen in der Region. Somit verwundert es nicht, dass sich mehr als 80% der Befragten für eine Fortsetzung der Übertragungen auch nach der Pandemie aussprechen.

Aus den erhobenen Daten und in noch deutlicherem Maße aus den freitextlichen Angaben in der online Erhebung sowie aus den analogen Rückmeldung wird eine große Dankbarkeit und Wertschätzung für dieses Angebot deutlich. Die täglichen Übertragungen sind für viele Menschen wichtig. Sie sind fest in ihren Tagesablauf integriert und oft die einzige Möglichkeit, an einem Gottesdienst teilzunehmen. Darüber hinaus spielt ganz offensichtlich die „Qualität der Gottesdienste“ eine entscheidende Rolle. Die Messen im live Stream werden mitgefeiert, weil sie den Beteiligten auch in ihren Wohnzimmern „etwas geben“, weil sie auf virtuelle Art „Gemeinschaft und aktive Beteiligung“ ermöglichen. Dabei spielen die Qualität der Predigten, die musikalischen und liturgischen Gestaltung sowie die Unterschiedlichkeit der Zelebranten und Prediger in der Bewertung der Teilnehmer die entscheidende Rolle. Dieses Ergebnis und der auch nicht selten vorgebrachte Hinweis auf die „schlechte Qualität“ der Messen in der erreichbaren Umgebung weisen weit über die Fragestellung dieser kleinen Untersuchung hinaus auf eine zumindest von den beteiligten Gläubigen geführte „Qualitätsdiskussion“ von Liturgie.

Ein dritter Aspekt wird aus den Daten deutlich: Etwa die Hälfte der Befragungsteilnehmer fühlt sich mit der Gemeinde St. Lamberti so verbinden, dass sie sie ganz oder zumindest teilweise als ihre „Pfarrkirche“ ansehen. Sie fühlen sich als Teil einer „Internetgemeinde“ verbunden, auch wenn das für die Mehrheit kein kompletter Ersatz für eine regionale Kirchengemeinde und einen Kirchenbesuch ist. Immerhin werden aus unseren Daten Hinweise deutlich, dass die Digitalisierung auch vor dem traditionellen Gemeindeverständnis nicht Halt gemacht hat. Hier scheint sich ein neues Feld für sozialwissenschaftliche, aber auch gemeindetheologische Forschung und Überlegungen aufzutun.